„Anam cara“

Das kommt aus dem Irisch-Gälischen und bedeutet so viel wie ‚Seelenfreund‘ oder ‚jemand, der der Seele lieb ist‘.

In irischen Klöstern wurde der Bruder, mit dem ein Mönch die Zelle – also das Zimmer – teilte, so genannt. Wohl weil man dadurch viel über den Anderen mitbekam und sich einander viel besser kennenlernte als Andere es vermochten. Man wurde mit dem Anderen im wahrsten Sinne des Wortes vertraut. Geht man von dieser Wortherkunft aus, liegt der Schluß nahe, dass ein noch älterer Hintergrund dahinterstehen dürfte.

Die Schriftstellerin Marion Zimmer-Bradly beschreibt in ihrem Darkover-Zyklus das Konzept des „Eidbruders“. Ein Freund, der über das normale Freundsein hinaus geht. Der für einen wie ein Bruder/ eine Schwester ist. Dem man bedingungslos sein Leben anvertraut und weiß, dass man das auch wirklich kann.

Und wer kennt nicht die Blutsbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand?

Manchmal hat man das Glück, ein, zwei Leute im Leben zu treffen, auf die das zutrifft. Wo man weiß, das ist jemand, der ist da, egal, was geschieht. Mit dem kann man Pferde stehlen und durchs Feuer gehen. Kein Freund von „Naja, gehen wir mal ins Kino“ oder „Hast Du das Katzenvideo gesehen?“ oder „Wie siehst Du denn wieder aus“. Nein.

Ein wahrer, echter FREUND. In Großbuchstaben.

Ich finde, es ist Zeit, auch solche Rituale in unser Leben (zurück) zu bringen. Also biete ich euch an, eine Rede zu halten, gerne ein Ritual, gern im kleinen Kreis, nur unter euch, gerne auch im Kreise eurer Familie oder wem ihr dabei haben wollt.

Grundsätzlich läuft es ab wie bei der Hochzeitsrede. Wir treffen uns zu einem Kennenlerngespräch. Ihr entscheidet euch. Danach machen wir die Besprechung. Wir unterhalten uns, ihr erzählt mir von euch, ich stelle euch Fragen, mache Notizen, bastle zuhause daraus die Rede und die Zeremonie. Wir gehen den groben Ablauf durch, bis er euch genau so passt. Dann kommt der Große Tag.

Ich wünsche euch schon jetzt herzlichen Glückwunsch, dass ihr solch einen Menschen gefunden habt.